Elmar kämpft nicht mehr

 

Am letzten Tag des Jahres 2019 hat Elmars Herz um 0:05 Uhr aufgehört zu schlagen. Sandra konnte bei ihm sein und ihn in seinen letzten Stunden und Tagen begleiten.

 

Elmar wartete auf eine Spenderleber und ist an den Folgen einer vorbereitenden OP in der Uniklinik Mainz verstorben.

 

Wir sind in tiefer Trauer um unseren geschätzten Freund und Vorstand, der für alle, die ihn kannten, immer Humor übrighatte. Er hat sich nie entmutigen lassen und uns alle immer wieder mit seinem Optimismus bewegt, weiter zu gehen und uns nicht durch Konflikte und persönliche Verletztheiten aufhalten zu lassen. Der Verein hat nicht nur eines seiner wichtigsten Gründungsmitglieder verloren, sondern auch einen wertvollen Mitstreiter mit unglaublicher Energie.

 

Wir alle sind in Gedanken bei Elmar und natürlich bei seiner Frau und seiner Familie.

 

Die Trauerfeier fand am Mittwoch, den 8. Januar um 14:00 Uhr

Am Südfriedhof in Wiesbaden statt. Die Urnenbeisetzung wird am 17. Januar um 9:00 Uhr ebenfalls am Südfriedhof stattfinden.

Adresse: Siegfriedring 25, 65189 Wiesbaden

 


 

Spenden sind erwünscht

IBAN: DE 37 8306 5408 0004 0155 68

BIC: GENODEF1SLR

VR-Bank AGB-Land/Skatbank

Verwendungszweck: Danke Elmar

 

Der Verband der Opfer des Blutskandals e.V.

 

 

 

Ein paar Worte zu Elmars Trauerfeier am 8. Januar in Wiesbaden:

Wir treffen uns hier um von Elmar Abschied zu nehmen. Er war Gründungsmitglied und 2. Vorsitzender unseres Verbandes für die Opfer des Blutskandals. Er spielte eine bedeutende Rolle bei dessen Gründung und hat sich dabei immer wieder mit seinen Fähigkeiten eingebracht. Elmar hat, wie so viele, eine sehr lange Leidensgeschichte durchgemacht und ist dabei aber offen und immer im Austausch geblieben. Ich denke er hat auch durch das Leid seine herausragenden Fähigkeiten entwickeln können. Er hatte das, was jeder Zusammenschluss von Menschen, die etwas gemeinsam erreichen wollen, braucht:

- Er konnte hervorragend Visionen entwickeln. Das war wohl eine seiner wichtigsten Energiequellen. Er wusste, was er erreichen wollte, er wusste wo er hin wollte. Mit diesen Visionen hat er uns alle immer wieder mitgerissen.

- Gleichzeitig hatte er die Fähigkeit zu vermitteln und zu verbinden. Ich glaube, das hat er bei der Drogenarbeit gelernt und perfektioniert. Immer wieder schaltete er sich gekonnt und diplomatisch in Konflikte ein und erreichte immer wieder, dass Differenzen beigelegt und wieder miteinander geredet wurde. Er war ein Meister der Diplomatie und das konnte er bei den vielen Gesprächen gekonnt einsetzen.

- Er konnte auch ernste Gespräche oder manchmal ausweglose Situationen mit Witz und Phantasie auflockern. Er wusste, wie man Menschen ansprechen musste und brachte uns immer wieder zum Lachen.

- Vor allem aber hatte er eine unerschütterliche Geduld und Zähigkeit. Damit brachte er z.B. das Thema HCV immer wieder in die Gespräche mit Abgeordneten und Presse ein. Immer wieder suchte er das Gespräch, auch wenn andere bereits frustriert und wir dabei bereits mehrfach gescheitert waren oder wenn ein Thema einfach nicht "erwünscht" war.

- Elmar hatte unglaublich viele gute Ideen. Damit hat er uns manchmal zur Verzweiflung gebracht. Denn wir hatten oft nicht die Ressourcen und die Kraft all diese guten Ideen umzusetzen.
- Nicht zuletzt konnte er herrlich genießen. Er wusste, was er brauchte und was ihm guttat und er nahm sich auch die Zeit dafür.

Elmar hat einen großen Beitrag geleistet um etwas für die Geschädigten zu erreichen. Ohne ihn wären wir heute nicht da, wo wir sind.

Wie ich diese Gedanken aufgeschrieben habe, stellte ich mir die Frage, was würde Elmar denken und sagen, wenn er jetzt hier dabei wäre?
Ich bin mir sicher, er würde sagen:
"Lasst Euch nicht entmutigen, macht einfach immer weiter. Ich bin nicht so wichtig, aber unsere gemeinsamen Ziele schon!"

Vielen Dank Elmar, die Lücke, die Du hinterlasst, wird sehr schwer zu füllen sein.
Danke

Jürgen Möller-Nehring

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