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Presseerklärung zur Briefaktion „II. Novelle des HIV-Hilfegesetz“

Pressemitteilung 04.11.2020 Wentorf bei Hamburg 

7842 Zeichen (o.L.),1125 Wörter, 25 Absätze, 2 Seiten, 1 Foto. 

Der Kampf für ein Leben in Würde geht für die letzten Überlebenden des Blutskandals (vormals bekannt als Blut-AIDS-Skandal) in die nächste Runde. 

Mit einer ungewöhnlichen Briefaktion macht der Verband der Opfer des Blutskandals VOB e.V. auf ihre prekäre Lage aufmerksam und wendet sich persönlich an alle 708 Bundestagsabgeordneten. Nach 40 Jahren Leben mit AIDS und Hepatitis-C sind die Überlebenden mit ihrer Kraft am Ende, sie sind auf die Unterstützung jedes einzelnen Parlamentariers angewiesen. Es geht um die dringende Anpassung des für sie zuständigen Stiftungsgesetzes „Humanitäre Hilfe für durch Blutprodukte HIV-infizierte Personen“ an die sich dramatisch verschlechternden Lebensbedingungen der Geschädigten. 

Briefaktion Kernstück der in vielerlei Hinsicht gewichtigen Briefe - sie wiegen insgesamt 90 Kilo  -  ist eine eigens zu diesem Zweck verfasste Mappe mit dem Titel Aktueller Einblick in die Lebensumstände und Forderungen der Opfer des Blutskandals. Anhand von persönlichen Erfahrungsberichten und medizinischen Hintergrundinformationen zu körperlichen und psychischen Spätfolgen der HIV-und Hepatitis-C Infektionen, können sich die Empfänger eingehend informieren. Hinzuweisen ist auf die erschütternden Ergebnisse der vom Bundesgesundheitsministerin beauftragten Prognos-Studie von 2014 und auf den  darauf bauenden Forderungskatalog an die politischen Entscheider. 

Michael Diederich, Vorstandsvorsitzender vom VOB e.V., Vater einer zweijährigen Tochter, an AIDS und den Folgen der Hepatitis-C erkrankt, erläutert: „In der Mappe steckt unser Herzblut. Die Briefe werden im November im Bundestag eintreffen. Wir machen uns nichts vor.  Aber wir hoffen, dass wir wenigstens einige Bundestagsabgeordnete von unserem Anliegen überzeugen können und sie uns dabei helfen, eine Gesetzesinitiative anzustoßen“. 

Blutskandal In den 80er Jahren wurden durch verunreinigte Blutprodukte unzählige Menschen mit Hämophilie (Gerinnungsstörung) und während operativer Eingriffe mit HI- und/oder mit Hepatitis-C-Viren infiziert. Trotz bereits möglicher Sterilsierungsverfahren wurden die Patienten aus Kostengründen jahrelang mit kontaminierten Blutprodukten versorgt. Pharmakonzerne, das Bundesgesundheitsamt, das Deutsche Rote Kreuz und die behandelnden Ärzte verantworteten die daraus resultierenden, katastrophalen Folgen: Tausende erkrankten an AIDS, woran die meisten nach qualvollem Leiden verstarben. 

Der Bundestag richtete 1993 den Untersuchungsausschuss HIV-Infektionen durch Blut und Blutprodukte ein. Dieser stellte 1994 in seinem Abschlussbericht fest, „dass es sich um „nachweisbar schuldhaftes Verhalten“ der beteiligten Stellen gehandelt habe und dass rund 60 % der durch kontaminierte Blutprodukte ausgelösten HIV-Infektionen hätten verhindert werden können.

Stiftungsgesetz „Humanitäre Hilfe für durch Blutprodukte HIV-infizierte Personen“. Das Stiftungsgesetz wurde 1995 unter der Leitung des damaligen Gesundheitsministers Horst Seehofer erlassen, nachdem er das Bundesgesundheitsamt aufgelöst und sich für das schuldhafte Verhalten der staatlichen Aufsichtsbehörde entschuldigt hatte. Die Verantwortlichen des Blutskandals wurden dazu angehalten, in den HIV-Hilfefonds einzuzahlen, um die Opfer zu entschädigen und den Angehörigen die Beerdigungskosten zu erstatten. 

Fatal war, dass das Stiftungsgesetz keinen rechtlichen Anspruch auf lebenslange Entschädigungszahlungen enthielt. Denn keiner - am wenigsten die Betroffenen selbst - konnte sich damals vorstellen, diese schwerwiegenden Infektionen zu überleben. Das führte dazu, dass der HIV-Hilfefonds immer wieder nur auf Drängen und Bitten von Betroffenen gemeinsam mit einzelnen, engagierten PolitikerInnen aufgefüllt wurde. Mittlerweile sind die Pharmakonzerne sowie das DRK aus ihrer Verantwortung entlassen und die Bundesregierung alleinige Zustifterin des HIV-Hilfefonds. 

Prognos-Studie 2013 wurden die LeistungsempfängerInnen zur Teilnahme an einer umfangreichen Studie gebeten, die von Prognos im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit durchgeführt wurde. Ausdrückliches Ziel war, die Lebenssituation insbesondere unter gesundheitlichen Aspekten zu erfassen, um das Stiftungsgesetz den Bedarfen der Geschädigten anzupassen. Mit der Aussicht auf ein verbessertes und auf ihre Bedarfe zugeschnittenes Stiftungsgesetz, war die Resonanz bei den StudienteilnehmerInnen hoch. Die Ergebnisse waren niederschmetternd und übertrafen sogar die Befürchtungen vieler Geschädigter. Die meisten der 45 bis 75 Jährigen können nicht mehr für ihren Lebensunterhalt sorgen und leiden unter gravierenden, gesundheitlichen und psychischen Problemen, die sich mit zunehmendem Alter verschlimmern.

Stiftungsrat und Stiftungsvorstand unter Jens Spahn, damals amtierender Vorsitzender, zeigten sich bestürzt und versprachen umgehend zu helfen, wie dieser Auszug aus der Pressemitteilung der Stiftung Humanitäre Hilfe für durch Blutprodukte HIV-infizierte Personen vom 19.05.2014 belegt:

„Aufgrund der Ergebnisse hat der Stiftungsrat folgenden Entschließungsantrag gestellt und beschlossen: Stiftungsrat und Stiftungsvorstand begrüßen die Studie zur Lebenssituation der Leistungsempfängerinnen und Leistungsempfänger der Stiftung "Humanitäre Hilfe für durch Blutprodukte HIV-infizierte Personen" und stehen voll hinter den Schlussfolgerungen von Prognos. - Stiftungsrat und Stiftungsvorstand gehen davon aus, dass wie bei der Conterganstiftung alle Verantwortlichen schnell und umfassend aktiv werden, damit die finanziellen Grundlagen der Stiftung nachhaltig gesichert werden“. Es blieb bei diesem bloßen Versprechen. Als Aktivisten konkrete Konsequenzen forderten, wurde die Studie einschließlich der Ergebnisse von der Webseite des Bundestags entfernt. Kein Abgeordneter hätte eine Chance gehabt, sich zu informieren. 

Erst 2017 wurde eine Minimalforderung umgesetzt und das Stiftungsgesetz erfuhr ihre I. Novelle, nämlich die mit HI-Viren Geschädigten lebenslang zu entschädigen. Das aber nur, weil der VOB e.V. gemeinsam mit der Blutskandal-Kampagne in Berlin gegen diese Ungerechtigkeiten demonstrierten und unterstützende PolitikerInnen für ihre Ziele gewinnen konnten. Dies war ein erster Schritt in die richtige Richtung. Wesentliche Grundlagen für ein angemessenes Gesetz fehlen noch.

 

Was wird absolut benötigt?

 

  1. Anpassung der Entschädigung der HIV-Infizierten unter Berücksichtigung des Inflationsausgleichs für den Zeitraum 1995 bis 2019
  2. Lebenslange Entschädigung der mit Hepatitis-C Infizierten 
  3. Sonderzahlungen zur Deckung der spezifischen, gesundheitlichen Bedarfe
  4. Aufbau eines Medizinisches Kompetenzzentrums bzw. -netzwerks
  5. Mitbestimmung der LeistunsempfängerInnen im Stiftungsvorstand und Stiftungsrat

 

Corona Was es heißt, von unbekannten, tödlichen Viren aus der Bahn geworfen zu werden, wissen die Opfer des Blutskandals nur zu gut. Erst wurden sie mit HI-und Hepatitis-C Viren infiziert; nun werden sie durch Corona-Viren gefährdet. 

Der ohnehin schon komplexe Lebenslauf von Thomas Gabel, Vorstandsmitglied des VOB e.V., gipfelt in seiner Corona-Infektion, den er mit folgenden Worten abschließt: „Dies wurde noch verstärkt durch die Covid-19, die ich Mitte März 2020 durchgemacht habe. Das SARS-Cov-2 hat mein Herz zusätzlich angegriffen, so dass nun eine Herzinsuffizienz besteht. Ich habe sicher vieles vergessen. Aber das, was hier steht, ist ja auch genug. Bitte nehmen Sie uns ernst. Wir, die Leistungsempfänger, haben alle einen ähnlichen Status. Keinem von uns geht es gut. Auch nicht denen, die sich nicht zu Wort melden. Die sind meist in ihrer Angst vor Diskriminierung gefangen und leiden still“. 

Die Briefaktion des VOB.e.V. ist auch dieser besonderen Lage geschuldet, denn die gesundheitlich angeschlagenen Opfer des Blutskandals sind Risikopatienten und vermeiden Reisen und Begegnungen.  

Dass die Mappe auch Auszüge aus der Prognos-Studie enthält, hat einen triftigen Grund: Erneut ist der Abschlussbericht von der Homepage des Bundesgesunheitsministeriums verschwunden. Da dieser aber die Grundlage für eine II. Gesetzesnovelle bildet, erhalten nun alle Bundestagsabgeordneten mit dem Brief die fehlenden Informationen. Das erhöht die Chance auf eine Gesetzesinitiative. 

Die  II. Novellierung des Stiftungsgesetzes ist unabdingbar. Damit die noch 534 Lebenden einfach nur in Würde alt werden können.

 

V.i.S.d.P. Cornelia Michel - Pressesprecherin des Verbands der Opfer des Blutskandals VOB e.V. - www.nochleben.de - cornelia.michel@nochleben.de - Fon +49 157 56182389 -  Mühlenstraße 32 - 21465 Wentorf bei Hamburg

 

 

 
Demonstration für die I. Novelle des HIV-Hilfegesetz; Foto: Lynn Sziklai/Blutskandal-Kampagne 

Einfluss von Vitamin-D bei Covid-19

 

Die Wirkungen von Vitamin D werden in der Medizin schon länger kontrovers diskutiert. Inzwischen ist man sich ziemlich einig, dass Vit. D bei vielen Abläufen im menschlichen Organismus eine wichtige Rolle spielt. Bei Erkrankungen von Osteoporose, Schizophrenie, Asthma, metabolischem Syndrom bis zu Frühgeburten ist ein Zusammenhang nachgewiesen.

 

Auch wurde ein Einfluss von Vit. D auf den Verlauf einer HIV Infektion nachgewiesen. Im Immunsystem wirkt Vit. D auf die Differenzierung von Abwehrzellen, in Zellkulturen wurden direkte antivirale Effekte von Vit. D beobachtet. Inzwischen wird bei HIV Patienten regelmäßig der Vit. D Spiegel überprüft und das Vitamin ggf. substituiert [1].

 

Nun deuten in den letzten Wochen mehrere Studien auch auf einen Zusammenhang zwischen dem Verlauf einer Covid-19-Infektion und einem Vit.-D-Mangel hin. So zeigt die Forschungsarbeit eines Teams um José L. Hernández (27. Okt. 2020), von der Universität Cantabria in Santander/ Spanien bei einer Analyse von über 20 Studien, dass bei über 80 Prozent der COVID-19-Patienten, die im Krankenhaus behandelt wurden, ein Vit.-D-Mangel nachgewiesen werden konnte [2]. Die Deutsche Lungenstiftung warnt und weist ebenfalls auf folgenden Zusammenhang hin: Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, starkes Übergewicht und Bluthochdruck würden mit einem einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf bei Covid-19 einhergehen. Gleichzeitig fielen bei diesen Erkrankungen häufig ein niedriger Vit.-D-Spiegel auf. Gleiches gelte auch für ältere Menschen und vor allem Menschen in Pflegeheimen, bei denen ebenfalls häufig Vit.-D-Mangel anzutreffen sei und die in Bezug auf Covid 19 zu den Risikogruppen zählen würden [5].


Ein Forscherteam der Universität Cordoba fand heraus, dass die die Verabreichung hoher Dosen von Vit. D die Notwendigkeit von Intensivbehandlungen bei Patienten mit einer nachgewiesenen COVID-19  Erkrankungen signifikant reduziert. Vit. D scheint in der Lage zu sein, den Schweregrad der Erkrankung zu reduzieren [3].


Prof. Hans-Konrad Biesalski (Hohenheim) folgert bei seiner Metastudie: "Eine unzureichende Versorgung mit Vitamin D hat eine Vielzahl von [...] Auswirkungen. Es gibt zahlreiche Hinweise darauf, dass verschiedene [...] Krankheiten (Bluthochdruck, Diabetes, CVD, metabolisches Syndrom) mit niedrigen Vitamin-D-Plasmaspiegeln assoziiert sind. Diese Komorbiditäten, zusammen mit dem oft begleitenden Vitamin-D-Mangel, erhöhen das Risiko schwerer COVID-19-Ereignisse. Der Bedeutung des Vitamin-D-Status für die Entwicklung und den Verlauf der Erkrankung sollte viel mehr Beachtung geschenkt werden. Insbesondere bei den Methoden, die zur Kontrolle der Pandemie eingesetzt werden (Lockdown), ist die natürliche Vitamin-D-Synthese der Haut vermindert, wenn die Menschen wenig Gelegenheit haben, sich der Sonne auszusetzen. [...] Gezielte Ernährungsberatung, maßvolle Nahrungsergänzung oder angereicherte Lebensmittel können helfen, diesem Mangel vorzubeugen. Im Falle eines Krankenhausaufenthaltes sollte der Status dringend überprüft und, wenn möglich, verbessert werden." [4] (Übers. jmn)

 

Ich empfehle deshalb, mit dem Hausarzt oder HIV Schwerpunktarzt unbedingt über eine Kontrolle des Vit. D Spiegels zu sprechen und evtl. mit einer Substitution mit entsprechenden Präparaten ( z.B. Dekristol®) zu beginnen. Noch wichtiger ist dies also in Zusammenhang mit einer Covid-19 Erkrankung.

 

jmn
 

Quellen:

[1] Deutsche Aidshife - Vitamin D (PDF)
[2] José L. Hernández, Santander, Vitamin D Status in Hospitalized Patients with SARS-CoV-2 Infection

[3] Marta Entrenas-Castillo et al., Universität Cordoba Spanien (Okt. 2020)

[4] Prof. Dr. Hans-Konrad Biesalski (Aug. 2020) , Univ. Hohenheim, Vitamin D deficiency and co-morbidities in COVID-19 patients – A fatal relationship?

[5] Deutsche Lungenstiftung: Vitamin D-Versorgung kann Sterberisiko bei Covid-19 mitbestimmen

 

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Sars-cov-2 beeinflusst Blutgerinnung

Bluter haben bereits eine Corona Infektion überstanden. Anscheinend wird je mehr Erkrankungen mit dem neuen Corona-Virus auftreten immer deutlicher, dass im fortgeschrittenen Stadium einer Sars-cov-2 Infektion gehäuft Gerinnungsstörungen auftreten können. Besonders bei schweren Verläufen treten Gerinnselbildungen auf, die zu Embolien in Lunge, Niere und anderen Organen führen können.

 

Welche Auswirkungen das bei Hämophilie hat, ist bis jetzt nicht genau bekannt. Trotzdem sollten jeder mit Covid 19 infizierte Bluter unverzüglich sein Hämophilie-Zentrum informieren. So ist gewährleistet, dass eine möglicherweise notwendige Verlegung in eine Klinik mit geeigneten Spezialisten und entsprechende Labor- und Behandlungsmöglichkeiten erfolgen kann. Eine gute Koordination der behandelnden Ärzt ist besonders wichtig.

 

Quellen:

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Presseerklärung Conterganverbände

Conterganverbände solidarisieren sich mit den Opfern des Blut-Skandals und plädieren für die sofortige II. Novellierung des Stiftungsgesetzes „Humanitäre Hilfe für durch Blutprodukte HIV-infizierte Personen“

Spätestens seit 2014 ist der Stiftung „Humanitäre Hilfe für durch Blutprodukte HIV-infizierte Personen bekannt, dass die Opfer des Blut-Skandals massiv unter den Spätfolgen der Infizierung mit HI-und Hepatitisviren leiden und dringend auf weitere Hilfen zum Überleben angewiesen sind. Das ergab die im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit durchgeführte Studie, die im folgenden genannte „Prognos-Studie“, worin die Lebensbedingungen der LeistungsempfängerInnen der Stiftung „Humanitäre Hilfe“ untersucht wurden.

 

 

Mit dem ausdrücklichen Verweis auf sofortige Umsetzung der Studienergebnisse - analog zum IV. Conterganstiftungsgesetz - wurden die LeistungsempfängerInnen zur Mitarbeit motiviert. Dementsprechend war die Resonanz hoch. Die Ergebnisse waren niederschmetternd und übertrafen sogar die Befürchtungen vieler Geschädigter. Die meisten können nicht mehr für ihren Lebensunterhalt sorgen und leiden unter gravierenden, gesundheitlichen und psychischen Problemen, die mit zunehmendem Alter sich verschlimmern.

 

 

Stiftungsrat und Stiftungsvorstand unter Jens Spahn als damals amtierenden Vorsitzenden versprachen, sofort zu helfen, wie dieser Auszug aus der Pressemitteilung der Stiftung Humanitäre Hilfe für durch Blutprodukte HIV-infizierte Personen vom 19.05.2014 belegt:

 

Aufgrund der Ergebnisse hat der Stiftungsrat folgenden Entschließungsantrag gestellt und beschlossen: Stiftungsrat und Stiftungsvorstand begrüßen die Studie zur Lebenssituation der Leistungsempfängerinnen und Leistungsempfänger der Stiftung "Humanitäre Hilfe für durch Blutprodukte HIV-infizierte Personen" und stehen voll hinter den Schlussfolgerungen von Prognos. - Stiftungsrat und Stiftungsvorstand gehen davon aus, dass wie bei der Conterganstiftung alle Verantwortlichen schnell und umfassend aktiv werden, damit die finanziellen Grundlagen der Stiftung nachhaltig gesichert werden“.

 

 

Erst drei Jahre später - also 2017 - wurde eine Minimalforderung umgesetzt, nämlich die mit HI-Viren Geschädigten lebenslang zu entschädigen. Das aber nur, weil die Blutskandal-Kampagne mit dem Verband der Opfer des Blutskandals/VOB in Berlin gegen diese Ungerechtigkeiten demonstrierten und unterstützende PolitikerInnen für ihre Ziele gewinnen konnten.

 

Auf die Umsetzung folgender Anforderungen warten die Opfer des Blut-Skandals bis heute vergeblich:

 

 

1. Anpassung der Entschädigung der HIV-Infizierten unter Berücksichtigung des Inflationsausgleichs in Höhe von 23% für den Zeitraum 1995 bis 2019

 

2. lebenslange Entschädigung der mit Hepatitis-C-Infizierten

 

3. Sonderzahlungen zur Deckung der spezifischen, gesundheitlichen Bedarfe

 

4. Medizinisches Kompetenzzentrum

 

5. Mitbestimmung in der Stiftung

 

 

 

Hierzu ist eine II. Novellierung des Stiftungsgesetzes unabdingbar. Am 17.08.2020 hatte die derzeitige Vorsitzende Frau Maag/CDU einige Betroffene zum Gespräch geladen. Sie wiesen auf den höchsten Handlungsbedarf hin und erinnerten an die 2014 erfolgte Zusage.

 

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Wir brauchen Eure Mithilfe!

Im Rahmen der Vorbereitung einer wissenschaftlichen Untersuchung zur Lebenssituation hämophiler Personen mit und ohne begleitende HIV- und/oder HCV-Erkrankung zählt jede Stimme! Bitte teilt uns (gerne auch anonym), dem VOB e.V., mit, welche Dinge in solch einer Untersuchung auf jeden Fall erfragt werden sollten! Was möchtet ihr gerne loswerden, was kann dabei helfen, die Lebenssituation möglichst vieler Personen aus der genannten Zielgruppe adäquat abzubilden? Bei Fragen und Vorschlägen zur Untersuchung könnt ihr euch jederzeit an uns wenden: info@nochleben.de

Vielen Dank!

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Verband der Opfer des Blutskandals: www.nochleben.de
(Kontakt: info@nochleben.de)

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Hunderttausenden HIV-Infizierten droht weltweit durch Corona ein vorzeitiger Tod

Die Weltaidskonferenz fand in diesem Jahr nur im Internet statt und drehte sich vor allem um Covid-19. Nach dem alarmierenden Bericht der WHO sind die Folgen der pandemiebedingten Beschränkungen für HIV-Positive vor allem in den Ländern Afrikas verheerend. Tausende können aufgrund von Corona-Präventionsmaßnahmen nicht mehr mit den notwendigen HIV-Medikamenten versorgt werden. Die Corona-Pandemie mit inzwischen 3.1 Mio offiziell festgestellten Infizierten und ca. 800.000 mit Sars-Cov-2 in Zusammehnhang stehenden Todesfällen hat andere Seuchen völlig aus dem Fokus der Öffentlichkeit und Politik verdrängt. Corona und die Maßnahmen dagegen führen auch zu dramatischen Folgen im Kampf gegen die noch immer viel zu oft tödlich verlaufende Krankheit: AIDS.

 

Nach dem UNAIDS-Bericht werden die Ziele der AIDS-Bekämpfung für 2020 nicht erreicht. Durch COVID-19 wird der bisher erreichte HIV-Fortschritt weit von seinem Kurs abgebracht.

Das Verfehlen der Ziele in Behandlung und Prävention hat seit 2015 zu 3,5 Millionen HIV-Infektionen und 820.000 AIDS-bedingten Todesfällen geführt. Darüber hinaus könnte der Fortschritt noch um 10 Jahre oder mehr verzögert werden, wenn die COVID-19-Pandemie weiter zu Unterbrechungen der HIV-Versorgung führt.

 

Doch nicht nur die HIV-Infizierten Afrikas leiden massiv unter den coronabedingten Beschränkungen: UNAIDS berichtet, dass fast 85 Prozent aller von der Organisation unterstützten HIV-Programme Schwierigkeiten bei der Versorgung ihrer Patienten haben – und das in 104 Ländern. Dies wirkt sich katastrophal auf die Versorgung und auf die Infektionszahlen bei Kindern aus: Schwangere HIV-Infizierte Frauen können mit einer entsprechenden Therapie gesunde Kinder zur Welt bringen.

UN-Aids hatte sich zum Ziel gesetzt, die Infektionszahlen bei Neugeborenen 2020 auf 20.000 zu senken. Doch schon ohne Corona verfehlte die Weltgemeinschaft diese Vorgaben deutlich: 2019 wurden nach UN-Aids-Angaben 150.000 Kinder mit HIV geboren, auch weil nur 85 Prozent der schwangeren Frauen auf der ganzen Welt Zugang zu antiretroviralen Medikamenten hatten. Die Zahlen werden sich wegen der Corona-Pandemie weiter verschlechtern.

 

Darum lautet eine Hauptforderung der Weltaidskonferenz 2020, dass es wegen Covid-19 zu keiner Umverteilung von dringend für den Kampf gegen Aids benötigten Geldern kommen dürfe. Hier geht es ebenfalls um Hunderttausende Menschenleben.

jmn

 

Von Doris Willmer zu diesem Thema zur Verfügung gestellte Links:

https://www.rki.de/DE/Content/Service/Presse/Pressemitteilungen/2020/02_2020.html

https://www.mta-dialog.de/artikel/covid-19-wird-zu-mehr-tb-toten-fuehren.html

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/112258/Zahl-der-Malariatoten-in-Afrika-koennte-steigen

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/who-warnt-vor-steigender-zahl-an-malaria-toten-117168/

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Die Epidemie, die wir schon fast vergessen haben

Rebecca Makkai erzählt in ihrem dritten Roman "Die Optimisten" von Liebe und Freundschaft in Zeiten von Aids.             

"Wir waren die großen Optimisten. Nie war jemand meinem Herzen näher als diejenigen, die den ersten Frühling spürten, als auch ich es tat, und dem Tod ins Gesicht sahen und verschont wurden – und die nun durch den langen, stürmischen Sommer ziehen." Dieses Zitat von F. Scott Fitzgerald ist dem neuen Roman von Rebecca Makkai vorangestellt....


Literaturkritik von Elke Heidenreich:

https://www.zeit.de/2020/26/rebecca-makkai-die-optimisten-aids-roman

Unsere weiteren Forderungen:

 

Als Zusammenschluss von Betroffenen des Bluterskandals und der Leistungsempfänger der Stiftung "Humanitäre Hilfe..." sehen wir die im Juni 2017 erfolgten Änderungen im HIV-Hilfegesetz sehr positiv. Wir sind dankbar für diesen Schritt in die richtige Richtung. Er gibt den Betroffenen mehr längerfristige finanzielle Sicherheit. 

 

Mit bitterem Bedauern müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass die beteiligten Pharmafirmen, als Hauptverursacher des Blutskandals, ab 2019 nicht mehr ihrer Verantwortung gerecht werden müssen.

 

Deshalb fordern wir....      mehr lesen

 

Verantwortung verjährt nicht !